von I. Kokot

Schmidts Häuschen – das letzte Hugenottenhaus in Hasselborn (Abriss 1941/42) Man erkennt die für Hugenottenhäuser typische Bauweise, d.h. Traufständigkeit zur Straße und verputztes Fachwerk.

Soweit mir bekannt ist, wurde das Haus zuletzt von einem älteren Ehepaar, Peter und Annegret (genannt Grit) Schmidt bewohnt. Sie hatten wahrscheinlich keine Kinder und auch keine Nachkommen.
Nachdem die beiden verstorben waren, fiel das Gehöft der Familie Vetter zu, in deren Hof das Haus stand. Familie Vetter, später Familie Boch und meine Eltern, nutzten das Häuschen als Abstellraum, Waschküche, Getreidespeicher und im Keller wurden die Dickwurz für das Vieh winterfest aufbewahrt.
Meine schönsten Erinnerungen sind die Spiele, die wir als Kinder in und um das Häuschen spielten. Jeder kann sich vorstellen, dass ein Versteckspiel mit etlichen Kindern hier sehr lustig gewesen ist, wo es so viele schöne Ecken zum Verstecken gab.
Hierzu fällt mir der Auszählreim ein, den der Suchende laut aufsagen musste, während sich die anderen versteckten:

Eins, zwei, drei, vier Eckstein,
alles muss versteckt sein,
hinter mir und vor mir
an beiden Seiten gilt es nicht,
eins, zwei, drei, ich komme jetzt!

Mit den Jahren wurde das Haus baufällig – Abriss.

Es steht nirgends genau geschrieben, aber wahrscheinlich wurde das Haus 1941/42 abgerissen. Auf dem Bild sieht man deutlich den Abriss des Hugenottenhauses. An der Seite rechts steht meine Mutter (Lydia Boch), auf dem Querbalken sieht man in der Mitte meinen Bruder Richard, daneben Walter Hammer und drei Soldaten, die im Hauptquartier Hermann Göring stationiert waren.
Die Scheune mit Stallungen (Schmidts Scheuer genannt) wird nach einigen Renovierungen heute noch von uns (Walter Kokot) genutzt.

Alte Häuser in Hasselborn:

Das Haus der Familie Blum. Am Fenster Lisette Blum, im Hof Anna Blum mit Sohn Oskar Blum, geb. 1911, hier etwa 2 Jahre alt. Das Haus wurde etwa 1973 abgerissen.

etwa 1915 – Das Haus der Familie Altenheiner. Von links: Karl Lauth, Tochter Emma Lauth (später Altenheiner), Katharina Lauth geb. Schäffner, Dorothea Schäffner geb. Böhmer.

etwa 1954 – Schnabels altes Häuschen. Auf dem Bild Karin Gottwald (Böckling), Waltraud Schmidt (Sänger), Ilse Boch (Kokot), Marga Morgel (Opitz), auf dem Moped Werner Opitz, hinten drauf Doris Schmidt, daneben Kurt Schmidt.