Wann denken wir schon einmal darüber nach, dass die vielen Dinge, die wir zum Leben brauchen, nicht selbstverständlich sind, wie wir das in Zeiten des wirtschaftlichen Wohlstandes für uns in Anspruch nehmen.

Unser Brot, zum Beispiel, das uns in einer Fülle verschiedener Sorten angeboten wird. Essen wir es nicht täglich gedankenlos? Oder das Gemüse, Obst und die Blumen, die wir zu jeder Jahreszeit in großer Auswahl fast überall kaufen können.

Nur ein kleiner Teil der Menschen in unserem Land und darüber hinaus ist noch mit der Natur und der Erde verbunden. Wir haben vergessen, dass wir ein Stück von Natur und Erde sind. Wir haben vergessen, dass das Brot aus dem Korn gebacken wird, dass der Bauer aussät, das aufgehen, wachsen, geerntet und verarbeitet werden muss.

Hier möchte ich beginnen und einen kleinen Ausflug in die Vergangenheit machen, so wie ich sie erlebt habe.

Im Frühling, wenn der Wind die Felder vom Winter abgetrocknet hatte, haben die Bauersleute mit der Aussaat begonnen (Roggen und Weizen wurden im Herbst des Vorjahres gesät). Es wurde Mist und Puddel (Jauche) auf die Felder gefahren, so hat der Bauer die Felder gedüngt – hier wurden Kartoffel und Dickwurz angebaut. Kunstdünger ist nur selten verwendet worden. Es gab eine Dreifelderwirtschaft, das heißt: Hackfrucht (Kartoffel und Dickwurz), Winterfrucht (Roggen o. Weizen) und Sommerfrucht (Hafer oder Gerste).

Eine Menge Nebenarbeiten waren immer wieder zu verrichten, wie z.B. auf den Wiesen die Maulwurfshügel auseinander machen oder auf den Kleeäckern die Steine lesen, von denen es hier in Hasselborn ja recht viele gibt. Bei diesen Arbeiten mussten die Kinder immer mithelfen. Brot backen und waschen waren Arbeiten, die regelmäßig zwischendurch gemacht werden mussten.

Bild 1 – Das Backhaus und die Schule nebenan, ein beliebter Mittelpunkt des Dorfes. Karl N. trägt gekonnt ein Brett mit 5 großen Broten nach Hause. Man sieht, wie er sich freut, denn der Geback Brot scheint gelungen zu sein.

So ein Geback Brot, das waren meist 10 – 15 Brote, die, je nachdem wie groß die Familie war, 14 Tage reichen mussten. Wenn der Geback gut gelungen war, so war das schon ein Anlass zur Freude, außerdem hatte man damit auch einen ganzen Tag Arbeit. Zur Belohnung gab es am Tag, an dem Brot gebacken wurde, auch Brotkuchen, der wurde aus Brotteig gebacken und schmeckte warm ganz besonders gut.
Samstags wurde immer Hefekuchen im Backhaus gebacken. Meist taten sich einige Familien beim Kuchenbacken zusammen. An Festtagen wurde immer auf der Reihe gebacken. Das hieß, früh morgens wurde angefangen und der Reihe nach kam jeder dran, da ja mehr Kuchen gebacken wurden, als an normalen Tagen. Eine Backordnung gab es natürlich auch. Montags die „Anhitze“ ging auch auf der Reihe rund, denn weil über Sonntag nicht gebacken wurde, brauchte der Erste zum Backen mehr Holz. Alle anderen Backzeiten wurden jeden Freitag beim 11-Uhr-Läuten vor dem Backhaus verlost. Das war ein Vergnügen für die Kinder, die die aus verschieden langen Hölzchen gemachten und in der Schürze einer Frau gemischten Lose ziehen durften. Den Schlüssel zum Backhaus bewahrte der Ortsdiener auf. War das Backhaus einmal nicht zugeschlossen, dann war es ein geeigneter Ort für Liebespärchen, die fühlten sich dort wohl. Leider wurde später das Backhaus abgerissen. Es musste den Autos Platz machen; so verlor das Dorf einen Ort der Idylle.

Bild 2 – Frauen vor dem Backhaus, etwa 1938 von links nach rechts: Marie H., deren Schwester Paula B. (die nach Amerika ausgewandert war und zu der Zeit Deutschlandurlaub machte), Hedwig J., Hedwig W. (die Frau des damaligen Lehrers), Lisette E., Käte S., Lina H., Emma A., Anna B., Lisette L. und Frau M.

 

Ein Waschtag, das war ein arbeitsreicher Tag. Früh morgens um 6 Uhr wurde Feuer unter dem Waschkessel gemacht. Nach einer Vorwäsche, natürlich mit der Hand, kam die weiße Wäsche in den Waschkessel. Mit dem Wäschestumper wurde sie immer wieder niedergedrückt und dabei zum Kochen gebracht. Niedergedrückt (gestumpt) wurde die Wäsche, damit sie nicht überkochte, aber durch die Bewegung löste sich auch schon der Schmutz. Nachdem gekocht hatte, wurde die Wäsche aus dem Waschkessel genommen. Da hieß es aufpassen, denn ruck zuck hatte man sich mit der kochenden Lauge verbrüht. In den Kessel kamen dann die etwas dunkleren Wäschestücke, und das Spiel ging von vorne los

Inzwischen war die schon gekochte Wäsche so weit abgekühlt, dass sie entweder auf dem Waschbrett, oder mit der Hand gewaschen werden konnte. (s. Bild 4). Danach wurde sie dreimal ausgewaschen und auf die Leine gehängt (s. Bild 3). Im Sommer wurde die Wäsche bei schönem Wetter zur Bleiche auf einer Wiese ausgebreitet (hingelegt). Dabei musste sie immer gegossen werden. Durch den Bleichvorgang wurde hartnäckige Flecken aus der meist weißen Wäsche gezogen. Am Abend eines Waschtages waren die Hände der Waschfrau, das war meist die Mutter, ganz dünn und oftmals waren die Finger wund gewaschen. Der Lohn: weiße und saubere Wäsche für die ganze Familie.

Bild 3 – Waschtag bei Marie H. etwa 1938. Ihre Schwester Paula (Bildmitte) war aus Amerika in Hasselborn zu Besuch.

Bild 4 – Waschtag bei Hedwig S. etwa 1955.

Im Hausgarten machte die Bauersfrau die Aussaat. Auch da mussten die Kinder immer Hand anlegen. Zu dieser Zeit gehörte es in den Dorfschulen dazu, die Kinder für die Arbeiten in Feld und Garten zu unterrichten. Bei jeder Schule gab es einen Schulgarten, in dem die Kinder das Praktische lernen konnten, z.B. Bäume veredeln, oder einen Baumschnitt machen. Überhaupt diente der Schulgarten den Kindern zum Naturkundeunterricht.

Der Blick des Bauern zum Himmel war oft ein flehender, denn vom Wetter war der Landmann, wie der Bauer auch genannt wurde, abhängig. Wie es Matthias Claudius in dem Lied „Wir pflügen und wir streuen“ so schön in Worte gefasst hat:

Bis alle Frühjahrsarbeiten getan waren, war es Ende Mai. Anfang – Mitte Juni begann die Heuernte. Da hieß es dann für den Bauern und seine Helfer um 4 Uhr in der Frühe zu beginnen, in den Wiesen mit der Sense das taunasse Gras zu mähen. Bis es die Sonne mit der Wärme richtig gut meinte, musste die Wiese gemäht und das Gras gezettet (ausgebreitet sein). Damit das Gras zu Heu wurde, musste es von Hand mit dem Rechen gewendet werden. War gutes Wetter, dann war es oft schon nach zweimaligem Wenden dürr und konnte mit dem Leiterwagen nach Hause in die Scheune gebracht werden. Kam aber in der Heuernte Regen, dann dauerte alles viel länger, und die Bauern hatten viel Arbeit mit dem Heu. Wenn man in dieser Zeit abends durch das Dorf ging, war überall ein helles Klopfen zu hören – die Sensen gedengelt (geschärft) für den nächsten Morgen. Dieses Klopfen klang wie ein Lied, die Töne verbreiteten ein Gefühl von Geborgenheit in der Heimat.

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Bild 7 – Beim Grummet machen – Otto S. mit Kurgästen

Bild 8 – Beim Heu aufladen – Karl S. Karlheinz S. auf dem Wagen und Doris S., 10 Jahre alt. Etwa 1958.

Zwischendurch wurden bei Regenwetter die Dickwurz und das Gemüse auf dem Acker angepflanzt. Die Pflänzchen wurden im Garten vorgezogen. Mit dem Dickwurz und dem Gemüse war es dann umgekehrt wie bei der Heuernte. Hatte die Sonne zwei bis drei Tage auf die frisch gesetzten Pflänzchen gebrannt, dann waren sie ausgetrocknet. Es musste eine Menge ausgesetzt werden, oder man konnte alles noch einmal von vorn machen.

Juli und August, das waren die Monate der Getreideernte. Es war ein ganz besonderes Gefühl, jeder hatte Ehrfurcht vor dem reifen Korn. Bei der ganzen Ernte wurde darauf geachtet, dass so wenig Körner wie möglich verloren gingen. Es waren viele Arbeitsgänge nötig, bis das wertvolle Getreide auf dem Speicher lag. Erst musste das Getreide gemäht, dann mit der Sichel aufgesammelt und zu Garben gebunden werden. Aus 11 Garben wurden Haufen aufgestellt. So konnte der Halm und die Frucht richtig austrocknen. War das Getreide trocken, wurde es auf Leiterwagen geladen und nach Hause in die Scheune gebracht. Wenn die Dreschmaschine kam, musste alles wieder herausgeholt und in die Maschine eingelegt werden. Die hat dann die Spreu vom Weizen getrennt und es konnten die vollen Säcke mit der Frucht auf den Speicher gebracht werden. Zum Dreschen brauchte man viele Helfer, also kamen die Nachbarn und Freunde. Das war echte Nachbarschaftshilfe. Es bestand aber die Pflicht, diese Hilfe zu erwidern. Der Dreschtag war ein harter Tag, aber auch ein Festtag , und für die Kinder ein freudiger, interessanter Tag.

 

 

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Bild 9 – Die Mähmaschine war eine Arbeitserleichterung. Bei den Kühen: Walter S.

Bild 10 – Walter, Traudel und Kurt S.. Etwa 1944

Bild 11 – Ein Wagen voll Frucht- Friedrich und Albert H.

Bild 12 – Die Dreschmaschine – ein Zeitungsbild

Bild 13 – Die Dreschmaschine im Hof bei Willi L.

Bild 14 – Kinder bei der Dreschmaschine: Erwin A., Günter S., Margot L., Erika E.

Während der Erntezeit wurden einige Mahlzeiten auf dem Feld gehalten. Das war etwas besonderes. In der frischen Luft gab es großen Appetit und es hat alles ganz besonders gut geschmeckt.

Bild 15 – Vesper auf dem Feld Heinrich B. u. Frau, Heinrich B. Etwa 1943-1944

Bild 16 – Karl N., Mathilde N., Karl N., Hedwig N. Etwa 1930

Zwischendurch gab es natürlich wieder Arbeit im Hausgarten. Die Beeren für Gelee und Marmelade mussten gepflückt werden. Himbeeren für Himbeersaft, eine ganz besondere Delikatesse, haben wir im Wald gesammelt. Der Garten spendete Salat, Bohnen, Gurken, nicht zu vergessen alle Kräuter und die bunten Blumen. Jedoch konnte es nur wachsen und gedeihen, wenn zur rechten Zeit die richtige Arbeit getan wurde. Die Gartenarbeit lief das ganze Jahr nebenbei mit.

War es September geworden und der Wind blies über die Stoppelfelder, dann begann die Kartoffelernte. Wir Kinder hatten Herbst- oder Kartoffelferien, also schulfrei und mussten tüchtig mithelfen. Ganz früher wurden die Kartoffeln alle ausgehackt. Später wurden sie mit dem Pflug ausgeackert. Standen am Abend viele volle Säcke auf dem Acker, dann war die Freude groß. Wir Kinder durften bei der Heimfahrt oben auf dem vollen Wagen sitzen. Die neuen Kartoffel schmeckten gut, gekocht, gebraten oder als Pellkartoffeln. Es gab noch Milch, Quark oder Butter dazu. Da ist dann keiner hungrig zu Bett gegangen. Eine ganz besondere Freude für uns Kinder war das Kartoffelfeuer. In die Glut wurden Kartoffel gelegt und gebraten. Die haben wir auf dem Acker gegessen – das waren die ungerupften Feldhühner.

Bild 17 – Beim Kartoffellesen

Bild 18 – Ein Kartoffelstock

Bild 19 – Bei der Kartoffelernte

Im Oktober waren Äpfel, Birnen und Zwetschen zu ernten. Es wurde Apfelwein und Apfelsaft gemacht und Honig im großen Waschkessel gekocht. Es gab alle Hände voll zu tun, die Früchte des Feldes als Vorräte für den langen Winter haltbar zu machen. Meine Großmutter sagte immer:“ Des Joar es lang, un die Moalzeire gor oft.“

Zuletzt sind Dickwurz und das Gemüse vom Feld geholt worden. Das Weißkraut wurde zu Sauerkraut gemacht, und im November gab es meist schon das erste Schlachtfest.

Hoink (Zwetschenhonig), gekocht am 23.-24.9.1992


 	Zutaten: 	100 kg Zwetschen
          		15 l  Birnensaft (entsaftet mit dem Entsafter)
           		5 kg Zucker

Zubereitung:
Es wird ein Kessel benötigt, der 125 l fasst. Der Kessel wird von innen mit einem Scheibchen Speck ausgerieben. Der Birnensaft wird am Abend in den Kessel gegeben. In den Saft gibt man die entsteinten Zwetschen. Der Kessel ist nun gefüllt bis 5 cm unter den Rand und wird mit einem Deckel abgedeckt. Der gefüllte Kessel wird angeheizt und 1 Scheit Holz und 1 Brikett aufgelegt. Zwei Stunden später legt man noch 2 Brikett dazu. Der Kessel bleibt so über Nacht stehen.
Am nächsten Morgen wird erneut angeheizt. Der Deckel wird abgenommen und der Inhalt des Kessels zum Kochen gebracht. Es muss immer darauf geachtet werden, dass die Masse nicht ankocht. Nach 3 ½ Stunden ist die Masse so weit, dass ständig gerührt werden muss. Nach 8-8 ½ Stunden wird der Zucker dazu gegeben. Die Masse mit dem Zucker wird noch etwa ¾ Std. leicht gekocht. Natürlich muss immer gerührt werden. Im Kessel ist nun noch ein Drittel des ursprünglichen Inhalts. Wenn man nun denkt, der Hoink ist gut, wird eine Probe auf ein Tellerchen geschöpft. Stellt sich keine Brühe mehr um den Klecks Hoink und glänzt er auch noch, dann ist der Hoink gut und er kann heiß in Behältnisse geschöpft werden. Ich selber habe einen Teil am nächsten Tag noch einmal eingekocht.
Der hält sich dann ganz besonders lange.

Guten Appetit!

Bild 20 – Hoink kochen 23.-24.9.1992 Beim Zwetschen kernen – Bärbel S., Bärbel M., Waltraud S., Ilse K.

Bild 21 – Alle Zwetschen sind im Kessel

Bild 22 – Ilse K. rührt im Hoink, damit er nicht im Kessel anhängt

Bild 22 – Ilse K. rührt im Hoink, damit er nicht im Kessel anhängt

Bild 24 – Das ist das Endprodukt

Bild 25 – Schlachtfest in Hasselborn, etwa 1935 von links nach rechts: Otto S., geb. 5.9.1898 – + 13.10.1969 Wilhelm K., geb. 9.2.1898 – + 5.4.1963 August J., geb. 27.1.1899 – vermisst 1945

Man nehme:

So man hat, ein schönes großes Schwein,
gut gefüttert und recht speckig muss es sein.
Es muss sein Schweineleben lassen, ach!
Daran hat es als Schwein wohl nie gedacht.

Im Trog wird es mit kochendem Wasser begossen,
denn so wird es sauber und gehen aus die Borsten.
Der Metzger, der sein Handwerk gut versteht,
zieht es mit dem Flaschenzug, so hoch es geht.
Das ist zu schwer für einen Mann,
da müssen gleich zwei, drei Mann dran.

Nun hängt es da, das arme Schwein,
der Kopf ist unten und oben sind die Bein‘.
Der Metzger, der versteht es dann,
wie man aus einem Schwein zwei Hälften machen kann.

Ganz und gar erkalten muss das Schwein,
die Fleischbeschau, sie muss in Ordnung sein.
Die Arbeit kann nun munter weiter geh’n,
bald wird man Schinken, Speck und Kotelett seh’n.
Das Fleisch zur Wurst wird vorbereitet dann,
mit Gewürzen, Salz, Pfeffer, Muskat und Majoran.
Der Geschmack des Metzgers ist nun wichtig,
dann wird die Mettwurst, Presskopf, Leberwurst und Blutwurst richtig.

Presskopf, Leberwurst und Blutwurst kommen nun
in einen großen Kessel, den Rest muss das Feuer tun.
Vorsichtig wird die Wurst jetzt gar gekocht,
wenn nur eine Wurst zerplatzt, dann hat’s die Kunst des Kochs vermocht.

Die Hausfrau bereitet in der Küche indessen
für alle vor ein großes Schlachtfestessen.
Dazu lädt man viele Freunde ein,
und keiner denkt mehr an das arme Schwein.

Zu einem richtigen Schlachttag gehört:

Der Morgenkaffee: Marmeladebrot und Rodonkuchen aus Hefeteig
Frühstück: Käsebrot, Kaffee und ein Kornschnaps
Vespermahlzeit: Kaffee und Rodonkuchen und Wellfleisch
Schlachtfestessen:
Suppe (Fleischsuppe mit Reis oder Wurstsuppe),
Sauerkraut, Salzkartoffeln, Meerrettichsoße und Kochfleisch
Zwiebelbrüh‘ (Sauerbrüh‘), Wurst (gebraten) und Apfelbrei.

Rezept für Zwiebelbrüh‘ (Sauerbrüh‘)

3-4 l Brühe aus dem großen Kessel (Fleischbrühe)
8-10 Zwiebeln
3-4 Brötchen
8-10 Esslöffel Essig
etwas Mehl
etwa 1 ½ Pfund Mett

Omas Rezept für Zwiebelbrüh‘ im Jahre 1986

Zutaten:
500 g Schweinefleisch vom Kamm
500 g Bauchfleisch, einige Knochen
5-6 große Zwiebeln
2-3 Brötchen
etwas Mehl
Salz, Essig
etwa 500 g Mett vom Schwein

Zubereitung:
Zwiebeln in Längsstreifen schneiden. Sie werden mit dem Fleisch, den Knochen und etwas Salz ca. zwei Stunden gekocht. Das Fleisch wird dann herausgenommen. Die fast verkochten Zwiebeln mit den eingeweichten Brötchen in der Brühe verrühren, mit Essig abschmecken, mit angerührtem Mehl leicht andicken und die Schweinemettbällchen darin ziehen lassen.

Bild 26 – Miss Elli mit ihren Kindern im Sommer 1985

Wenn die Feldarbeiten abgeschlossen waren, gingen einige Männer in den Wald. Andere gingen in die Flechtschule nach Grävenwiesbach. Diese Arbeiten wurden entlohnt und was für die Leute auch wichtig war, sie waren der Sozialversicherung angeschlossen.

Für die Frauen gab es viel im Haus zu tun. Es wurde gesponnen, gestrickt und geflickt, was während des Sommers liegengeblieben war. Die Männer machten an den langen Winterabenden Körbe, Rechenzinken und Reiserbesen. Das spielte sich alles in der Stube ab.

Nach Weihnachten trafen sich die Leute, besonders die Jugend, in den Spinnstuben. Da ging es lustig zu. Es wurde gegessen, getrunken, gelacht und gescherzt und manche Liebschaft geschlossen.

Das war ein Jahresbericht aus meiner Kinder- und Jugendzeit. Es waren Jahre im Einklang mit der Natur, in bangem Hoffen auf Sonne oder Regen, im Zorn auf Sturm und Unwetter und in Dankbarkeit für das, was mit vieler Hände Arbeit und Gottes Segen wachsen und gedeihen konnte.

Bild 27 – Waldarbeiter Willi L., Adolf H., Adolf L., Otto S. Hinten: Jagdpächter H. und Jagdaufseher Wilhelm K., Karl N.

Bild 28 – Korbflechtschule in Grävenwiesbach

Bild 29 – Spinnstube in Kröffelbach im Hause meiner Großmutter Wilhelmine S. Auf dem Bild: Walter B., Mathilde Butz, 2 Nachbarsmädchen meiner Großmutter, meine Großmutter, hinten Marie Z.