Autor: Helmut Serowy

128 Seiten, Geb. Euro 8,00.

Herausgeber: Helmut Serowy, Waldsolms, 1998.

Das Alltagsleben in Mittelhessen in der Zeit zwischen 1700 – 1800:

Die Leibeigenen des Cleeberger Ländchens verweigern den Pfarrern den Kartoffelzehnten und rebellieren gegen den Frondienst. Sie feiern aber auch mit ihren Herrschaften mehrere Tage das 50-jährige Regierungsjubiläum des Landgrafen Ernst-Ludwig von Hessen-Darmstadt. Grenzstreitigkeiten mit der Hohenweiseler Markgemeinschaft, um die Koppelhut in der Griedelbacher Heck, und die Holzrechte in der Weilmünsterer Käsheck sind zu schlichten. Die Hebammen sollen Kindbetterinnen tüchtig zappeln lassen. Kann den Kindern eine Sonntagsschule zugemutet werden, wo ihre Köpfe doch durch zweimaliges Singen in der Kirche bereits genug getrübt sind?
Kriegsvölker streifen durch das Weilburger, Usinger, Butzbacher und Cleeberger Land. Prinzessinnen-Steuer, Rekruten-Einzug, Eberholz-Ansprüche, Unregelmäßigkeiten des Schultheißen, Streit um den Vorsitz vor Gericht sorgen für zusätzliche Aufregungen. Muss Pfarrer Busch aus seine Besoldung verzichten? Warum war sein Nachfolger Snell „illuminiert“?
Wie im Band „Herren, Hexen, Haderlumpen“ geben auch diese Geschichten zur Geschichte einen breitgefächerten Einblick in den Alltag unserer mittelhessischen Vorfahren – diesmal als Fortführung von 1700 – 1800. Eine Zusammenfassung der geschichtlichen Entwicklung der Cleeberger Grafschaft ergänzt die 28 abgeschlossenen Geschichten.
Der Band stellt eine Ergänzunmg zur „Chronik Brandoberndorf“ dar, da hier viele Themen, die in der Chronik nur noch kurz gestreift wurden (z.B. Verwaltung der Cleeberger Grafschaft, Kirchenwesen, Schulwesen, medizinische Versorgung, Frondienst und Steuern, Bergbau, Kriegsgeschehen, Grenzstreitigkeiten), hier eingehender dargestellt werden.

Der Band „Kartoffelzehnter und Eberzähl“ ist bei Helmut Serowy, Waldsolms, erhältlich.